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Mit Dyskalkulie/Rechenschwäche werden Schwierigkeiten eines Kindes beim Erwerb grundlegender Rechenfertigkeiten beschrieben.

Die Weltgesundheitsorganisation, WHO, stuft die Rechenschwäche als Entwicklungsstörung ein.

In ihrer internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme(ICD10) heißt es:

"Diese Störung besteht in einer umschriebenen Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten, die nicht allein durch eine allgemeine Intelligenzminderung oder eine unangemessene Beschulung erklärbar ist. Das Defizit betrifft vor allem die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten, wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division, weniger die höheren mathematischen Fertigkeiten, die für Algebra, Trigonometrie, Geometrie oder Differential- und Integralrechnung benötigt werden."

 

Das bedeutet, von einer Dyskalkulie spricht man, wenn Kinder beträchtliche und anhaltende Schwierigkeiten beim Erlernen des Rechnens, insbesondere der Grundrechenarten, haben. Die Kinder sind nicht in der Lage, grundlegende mathematische Kenntnisse und Fähigkeiten trotz schulischer und häuslicher Fördermaßnahmen und zeitaufwändigen Übens zu erwerben. Auf fehlenden Fleiß, ungenügende Lernanregung oder fehlende Unterstützung sind diese Schwierigkeiten nicht zurückzuführen. Kinder mit Dyskalkulie sind mindestens durchschnittlich intelligent und durchaus in der Lage, logische Zusammenhänge zu erfassen. Sie haben im Allgemeinen eine gute Merkfähigkeit und können dementsprechend in nichtmathematischen Bereichen angemessene Leistungen erbringen. Nur im mathematischen Bereich eben nicht.

Kinder mit Dyskalkulie brauchen deshalb an ihre Situation angepasste Lernangebote, damit sie das notwendige Wissen erwerben können.

 

Neben einer medizinischen Definition gibt es auch andere Definitionen.

Dr. Astrid Kopp – Duller, Präsidentin des größten österreichischen Legasthenie- und Dyskalkulieverbandes prägte folgende Definition:

"Ein legasthener/dyskalkuler Mensch, bei guter oder durchschnittlicher Intelligenz, nimmt seine Umwelt differenziert anders wahr, seine Aufmerksamkeit lässt, wenn er auf Symbole, wie Buchstaben oder Zahlen trifft, nach, da er sie durch seine differenzierten Teilleistungen anders empfindet als nicht legasthene/dyskalkule Menschen. Dadurch ergeben sich Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens, Schreibens oder Rechnens."

 

Kinder mit Dyskalkulie/Rechenschwäche sind weder dumm, faul oder minderbegabt und schon gar nicht krank.

Sie brauchen eine auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Förderung.

Im Gegensatz zur Erforschung von Schwierigkeiten beim Lernen des Lesens und Schreibens steckt die Erforschung der Rechenschwäche noch in den Kinderschuhen. Erst in den letzten Jahrzehnten hat sich die Wissenschaft mit dem Phänomen der Rechenschwäche beschäftigt.

Forschungen zur Rechenschwäche werden vor allem in den Bereichen der Mathematikdidaktik, der Sonderpädagogik und der Psychologie, insbesondere der Neuro- und Entwicklungspsychologie, betrieben. Die Ergebnisse der Forschungen zeigen, dass es nicht nur eine Ursache für die Rechenschwäche gibt, sondern viele Faktoren zur Entstehung einer Rechenschwäche beitragen.

Ursachen von Rechenschwäche werden

  • in den genetischen Anlagen
  • der Entwicklung der exekutiven Funktionen
  • dem visuell-räumlichen Vorstellungsvermögen
  • sowie im sozialen und schulischen Umfeld

gesehen.

 

Genetische Ursachen

Darüber inwieweit die Rechenschwäche auf genetische Ursachen zurückzuführen ist, herrscht Uneinigkeit.

 

Exekutive Funktionen

Der Einfluss der exekutiven Funktionen auf das Lernen von Kindern rückte in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus der Wissenschaft. Aktuelle Forschungen belegen, dass Kinder die zum Schulbeginn schwach entwickelte exekutive Funktionen haben, ein höheres Risiko tragen, Schwierigkeiten in Mathematik zu bekommen. Exekutive Funktionen sind maßgeblich an einer Vielzahl von Prozessen beteiligt, die für das Rechnen, Denken und Problemlösen verantwortlich sind.

So werden beim Kopfrechnen beispielsweise die gestellte Aufgabe oder Zwischenergebnisse während des Rechenprozesses vergessen. Bei der Lösung von Textaufgaben kommt es vor, dass der Sinn der Aufgabe nicht erfasst werden kann, weil die Anzahl der Informationen in der Aufgabenstellung das Arbeitsgedächtnis überfordern.

Haben die Kinder ein schwach ausgeprägtes Arbeitsgedächtnis gelingt es ihnen nicht alle Informationen zur Lösung der Aufgaben im Gedächtnis zu behalten.

Der Aufbau mentaler Vorstellungsbilder, die Entwicklung und Bereitstellung von Lösungsplänen sowie von Strategien und Algorithmen erfolgt ebenfalls im Arbeitsgedächtnis.

Das Arbeitsgedächtnis ist auch an der Aufrechterhaltung der Aufmerksamkeit beteiligt.

Ist die kognitive Flexibilität schwach entwickelt, fällt es Kindern schwer, zwischen Aufgabenstellungen zu wechseln. Sie haben beispielsweise Probleme zwischen Additions- und Subtraktionsverfahren hin- und herzuschalten.

 

Visuell-räumliches Vorstellungsvermögen

Visuell - räumliches Vorstellungsvermögen hat Einfluss auf Kompetenzen im mathematischen, sprachlichen und problemlösenden Bereich. Kindern mit Rechenschwäche/Dyskalkulie fehlt es oft an einem gut entwickelten räumlichen Vorstellungsvermögen. Dies ist aber für die Entwicklung eines mathematischen Verständnisses und für den Übergang vom konkreten Handeln zum abstrakten Denken notwendig.

Viele Inhalte der Mathematik beruhen auf visuell-räumlichen Beziehungen. Beispiele hierzu sind das Erkennen und Vorstellen von Mengen, ebenen und räumlichen Figuren und die Orientierung im Zahlenraum wie beispielsweise auf dem Zahlenstrahl und im Stellenwertsystem.

Für die Orientierung im Raum bildet der Bezug zum eigenen Körper die Grundlage.

Sachaufgaben bedürfen das Erkennen und der Vorstellung von zeitlichen, räumlichen und mengenmäßigen Veränderungen.

Die Entwicklung des visuell-räumlichen Vorstellungsvermögens ist eng mit der Entwicklung der Wahrnehmung und somit auch mit der Entwicklung der exekutiven Funktionen verbunden.

 

Soziales und schulisches Umfeld

Das Freizeitverhalten der Kinder von heute unterscheidet sich deutlich vom Freizeitverhalten vor 25 oder 30 Jahren. Natürliche Spiel- und Lebensräume stehen den Kindern, vor allem in Städten, immer weniger zur Verfügung. Spiele wie Blinde Kuh, Räuber und Gendarm, Verstecken, Seilhüpfen, Ballspiele, usw. werden immer seltener gespielt. Spielen, Entdecken und Forschen im Freien sind aber eine unabdingbare Voraussetzung für eine gesunde und allseitige Entwicklung der geistigen Fähigkeiten.

Kinder von heute erleben ihre Umwelt immer häufiger zweidimensional vor Bildschirmen. Oft beginnt der Medienkonsum bereits mit dem Frühstücksfernsehen, setzt sich auf dem Schulweg und in den Schulpausen mit Spielereien am Smartphone fort und endet dann erst in den späten Abendstunden. Das Fernsehgerät, der Computer oder das Smartphone werden zur „Ersatzmutter“. Vor allem jüngere Kinder sind durch ständige Reizüberflutung überfordert, was negative Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder hat.

Ebenso können familiäre Umstände wie der Tod eines Familienmitgliedes, die Scheidung der Eltern, Geschwisterrivalitäten oder beengte Wohnverhältnisse eine Dyskalkulie/Rechenschwäche begünstigen.

In der Schule sind Kinder mit Dyskalkulie/Rechenschwäche überfordert. Manchmal gelingt es ihnen ihre Schwächen durch Erraten und Auswendiglernen in den ersten Schuljahren zu kompensieren. Die Lehrer und auch die Eltern erkennen dies meist erst später.

Große Klassen, Unruhe, häufiger Lehrerwechsel, Überforderung, fehlende ausreichende individuelle Zuwendung und Beobachtungen des Lernfortschrittes u.a. wirken sich negativ auf die Kinder aus und begünstigen eine Dyskalkulie/Rechenschwäche.

Kinder mit einer Dyskalkulie/Rechenschwäche brauchen geeignete Lernmethoden, Erfolgserlebnisse, Verständnis für ihre Situation und eine rechtzeitige Förderung. Eine Dyskalkulie/Rechenschwäche ist so individuell wie die Persönlichkeit, bei der sie auftritt. Deshalb braucht ein Kind statt Nachhilfe, eine auf seine Bedürfnisse abgestimmte Förderung.

Wenn Sie bei Ihrem Kind einige der folgenden Anzeichen beobachten können, besteht die Möglichkeit, dass Ihr Kind eine Dyskalkulie/Rechenschwäche entwickelt hat.

Mein Kind

  • benutzt beim Rechnen in der Regel die Finger.
  • löst Aufgaben überwiegend zählend.
  • macht regelmäßig Fehler bei den Grundrechenarten.
  • kann Zahlenreihen nicht richtig weiterführen.
  • berücksichtigt die Stellenwertigkeit von Zahlen nicht. (40+5=90)
  • kann Mengen, Größen, Formen schlecht erfassen, die Verbindung zwischen Zahlenbegriff und Menge fehlt.
  • kann auch kleine Mengen (3, 4, 5) spontan nicht erkennen und zählt diese immer wieder ab.
  • hat Schwierigkeiten beim Zehner-, Hunderter- oder Tausenderübergang.
  • ist im Kopfrechnen schwach.
  • gerät beim Rechnen immer wieder in Zeitnot.
  • wendet Rechenverfahren oft rein mechanisch an, ohne den Sinn verstanden zu haben.
  • verwechselt öfters grafisch ähnliche Zeichen, z.B. E statt 3 oder 6 statt 9.
  • verwechselt ähnlich klingende Zahlen (16 mit 60) oder
  • vertauscht beim Zahlenschreiben Zehner und Einer (67 mit 76).
  • kann Textaufgaben nicht erfassen und findet keinen Lösungsansatz.
  • vergisst nach kurzer Zeit das 1x1 wieder.
  • duldet widersprüchliche Ergebnisse bzw. bemerkt sie nicht.
  • kann schlecht mit Zeitangaben oder mit Geldbeträgen umgehen (z.B. Wechselgeld überprüfen)?
  • erzielt trotz intensiven Übens keine wesentlichen Verbesserungen.
  • zeigt schnell einen Erschöpfungszustand.

Die Merkmale können dabei isoliert oder auch gehäuft auftreten. Beachten Sie, dass einzelne Symptome noch kein sicheres Zeichen für eine Rechenschwäche sind. Eine genaue Diagnose muss durch entsprechende Fachkräfte erfolgen.

 

Wenn Sie mehr als fünf dieser Fragen mit „Ja“ beantworten können, empfehlen wir Ihnen, unsere kostenfreie Erstberatung in Anspruch zu nehmen, um die genauen Ursachen zu erkunden und geeignete Fördermaßnahmen festzulegen.

 

Je früher eine qualifizierte Förderung beginnt, desto größer sind die Chancen auf eine entspannte und erfolgreiche Schulzeit.

 

Die Symptomliste können Sie hier herunterladen.

Diagnosebeispiele Dyskalkulie/Rechenschwäche

Schwierigkeiten in Mathematik haben vielfältige Ursachen. Sie bedürfen einer genauen Diagnose und einer angepassten, individuellen Förderung.

Kind 1

Diagnose1

Die Auswertung dieses Tests zeigt, dass das Kind in seinen mathematischen Grundfertigkeiten meist am oder unterhalb des kritischen Wertes liegt. Insbesondere die Werte für das räumliche Vorstellungsvermögen, die Strukturierung von Mengen sowie der Umgang mit Zahlen- und Operationsbegriffen liegen deutlich im kritischen Bereich. Die Werte für die grundlegenden Rechenfertigkeiten zeigen gravierende Beeinträchtigungen in nahezu allen Bereichen. Die damit verbundenen Misserfolge zeigen bereits Auswirkungen auf das Selbstvertrauen und die Motivation.

 

Förderung:

Aufgrund der schwach entwickelten Grundfertigkeiten ist zunächst Wert auf die Förderung dieser Kompetenzen zu legen. Insbesondere müssen das räumliche Vorstellungsvermögen, die Orientierung im Zahlenraum (Zahlenstrahl, Vorgänger, Nachfolger, Zehnersystem,...), sowie der Umgang mit Mengen im Vordergrund stehen. Anschließend wird am Aufbau der Rechenfertigkeiten gearbeitet.

Parallel dazu müssen Motivation und Selbstvertrauen durch die Schaffung von Erfolgserlebnissen gestärkt werden.

 

Kind 2

Diagnose2

Die Auswertung dieses Tests zeigt, dass das Kind auf gut entwickelte Grundfertigkeiten und Rechenfertigkeiten aufbauen kann. Schwierigkeiten sind im Bereich der Ergänzungsaufgaben zu erkennen.

 

Förderung:

Offensichtlich liegen die Schwierigkeiten nicht im Bereich der mathematischen Grundfertigkeiten. Das Kind ist in der Lage formale, eingeübte Handlungen und Rechenvorschriften abzuarbeiten. Probleme bereitet die Anwendung des vorhandenen Wissens.

Förderschwerpunkt ist in diesem Fall ein Training des problemlösenden und flexiblen Denkens. Trainiert werden Fertigkeiten wie:

  • genaue Problemanalyse und Problembeschreibung
  • Visualisierung des Problems
  • Finden und Auswählen geeigneter Lösungsstrategien und die
  • Handlungsplanung.

Förderung bei Rechenschwäche

Die Erforschung der Rechenschwäche steckt noch in den Kinderschuhen. Im Allgemeinen geht man von aufeinander aufbauenden Prozessen bei der Entwicklung und dem Erwerb mathematischer Fähigkeiten und Kenntnisse aus.

Bis zum Schuleintritt werden sogenannte Vorläuferfertigkeiten bei den Kindern ausgebildet. Auf diesen Fertigkeiten erfolgt der Aufbau der mathematischen Kenntnisse und Fertigkeiten in der Schule.

Rechenschwache Kinder und Jugendliche haben eine gänzlich andere Vorstellung von Mathematik. Für eine erfolgreiche Förderung ist eine umfassende Fehleranalyse, die Aufschluss über die Denkweise und über die Fehlermuster Ihres Kindes gibt, notwendig. Anhand der Fehleranalyse lassen sich die Probleme erkennen und können gezielt bearbeitet werden. Durch die Diagnose mit einer umfassenden qualitativen Fehleranalyse erkennen wir im Lernstudio die Denkweise und die Fehlermuster Ihres Kindes. So kann gezielt an der Beseitigung der Ursachen gearbeitet werden.

Oftmals fehlen rechenschwachen Kindern mathematische Basiskompetenzen. Die Orientierung im Zahlenraum bereitet ihnen viele Schwierigkeiten. Deshalb wird zunächst an den Basiskompetenzen gearbeitet und ein sicheres Mengen- und Zahlenverständnis aufgebaut.

Daran schließt sich die Erarbeitung mathematischer Grundkenntnisse und Rechenoperationen an. Grundsätzlich erfolgt auch hier die Erarbeitung der Kenntnisse vom Konkreten, über die bildhafte Darstellung hin zum Abstrakten. Hierfür stehen im Lernstudio ELEA selbst entwickelte Materialien sowie spezielle Materialien wie Sandpapierziffern, Holzziffern, Nikitin Material, Steckbretter, Perlenmaterial, mathematische Würfel und vieles andere mehr zur Verfügung.

Um Ihrem Kind von Anfang an Erfolgserlebnisse zu ermöglichen, knüpft die Therapie an vorhandenes Wissen an und baut auf diesem auf.

Bei Bedarf wird die Förderung durch Training im basalen Bereich (beispielsweise Sinneswahrnehmungen, räumlichen Vorstellungsvermögen, Erkennen von Strukturen) ergänzt.